Wie oft sollte man einen Hund baden?

Wie oft sollte man einen Hund baden: Der umfassende Ratgeber für gesunde Haut und glänzendes Fell

Jeder Hundebesitzer kennt diesen Moment: Der geliebte Vierbeiner hat sich beim Spaziergang genüsslich im Schlamm oder Schlimmerem gewälzt und riecht nun unangenehm. Plötzlich stellt sich die drängende Frage: Wie oft sollte man einen Hund baden, ohne seiner Gesundheit zu schaden? Während einige Halter ihren Hund am liebsten wöchentlich in die Wanne setzen würden, schwören andere darauf, das Tier nur im absoluten Notfall zu waschen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. In diesem Artikel erfahren Sie alles darüber, wie Sie den richtigen Rhythmus für Ihren Hund finden, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen und wie das Baden für Mensch und Tier zu einem stressfreien Erlebnis wird.

Wie oft sollte man einen Hund baden



Sie verbringen viel Zeit mit Ihrem vierbeinigen Freund und kennen seine Gewohnheiten am besten. Ein gesundes Hundefell reinigt sich zu einem großen Teil von selbst. Wenn Sie das Thema Hundepflege angehen, müssen Sie lernen, normale Verschmutzungen von Situationen zu unterscheiden, die zwingend ein Bad erfordern. Ein falscher Umgang mit Wasser und Shampoo kann die natürliche Schutzbarriere der Haut zerstören. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die richtige Entscheidung für Ihren Hund treffen.

Verstehen Sie das natürliche Fell und die Haut Ihres Hundes

Bevor Sie die Frage klären, wie oft Sie Ihren Hund baden sollten, müssen Sie verstehen, wie die Haut des Hundes funktioniert. Hunde produzieren Talg, eine natürliche Ölschicht, die das Fell überzieht. Dieses Öl wirkt wie ein unsichtbarer Schutzmantel. Es hält die Haut geschmeidig, schützt vor Kälte und Nässe und wehrt Bakterien ab. Wenn Sie den Hund zu oft mit Shampoo waschen, entziehen Sie der Haut genau dieses wichtige Öl. Die Folge sind Schuppen, Juckreiz und ein stumpfes Fell.
  1. Beurteilen Sie den Felltyp Ihres Hundes. Ein Kurzhaarhund braucht deutlich seltener ein Bad als ein Hund mit langem, feinem Haar, das schnell verfilzt.
  2. Berücksichtigen Sie den Lebensstil. Ein Jagdhund, der täglich durch Unterholz und Schlamm rennt, wird schneller schmutzig als ein kleiner Gesellschaftshund, der hauptsächlich auf gepflasterten Wegen in der Stadt spaziert.
  3. Prüfen Sie den Eigengeruch. Jeder Hund hat einen natürlichen Geruch. Riecht der Hund jedoch streng oder faulig, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass ein Bad oder ein Tierarztbesuch ansteht.
  4. Kontrollieren Sie die Jahreszeit. Im nassen Herbst und Winter ist der Hund häufiger schmutzig, während im trockenen Sommer oft einfaches Ausbürsten von Staub genügt.
  5. Notieren Sie sich Hautveränderungen. Bevor Sie den Hund baden, schauen Sie sich die Haut unter dem Fell an. Ist sie gerötet oder schuppig?
  6. Berücksichtigen Sie das Alter. Welpen haben eine sehr empfindliche Haut und sollten nur gebadet werden, wenn es absolut unvermeidlich ist.
Kurz gesagt: Die goldene Regel lautet: So selten wie möglich, aber so oft wie nötig. Wenn Sie sich fragen, wie oft sollte man einen Hund baden, betrachten Sie immer die individuellen Bedürfnisse Ihres eigenen Tieres.

Alltägliche Faktoren: Wann ein Bad wirklich nötig ist

Nicht jeder Spaziergang im Regen erfordert sofort ein komplettes Bad mit Shampoo. Oft reicht es völlig aus, den Hund mit einem weichen Handtuch abzutrocknen oder den getrockneten Schlamm am nächsten Tag einfach auszubürsten. Dennoch gibt es bestimmte Alltagssituationen, in denen Sie nicht um ein Bad herumkommen. Hier sind die häufigsten Gründe, die ein sofortiges Waschen rechtfertigen.

  1. Wälzen in übelriechenden Dingen 📌 Der absolute Klassiker. Hunde lieben den Geruch von Fuchskot, toten Fischen oder Aas. Wenn Ihr Hund sich darin gewälzt hat, hilft nur noch ein gründliches Bad mit einem speziellen Hunde-Shampoo.
  2. Extreme Schmutzkrusten 📌 Wenn der Hund bis zum Bauch in tiefem, klebrigem Matsch stand, der sich auch nach dem Trocknen nicht mehr ausbürsten lässt, müssen Sie das Fell mit lauwarmem Wasser ausspülen.
  3. Parasitenbefall 📌 Flöhe, Milben oder extrem viele Zecken erfordern oft ein medizinisches Bad. Hierbei verwenden Sie spezielle Shampoos, die vom Tierarzt verschrieben wurden.
  4. Baden in stehenden Gewässern 📌 Wenn Ihr Hund im Hochsommer in einem trüben See oder Tümpel geschwommen ist, können sich Algen und Bakterien im Fell festsetzen. Ein kurzes Abbrausen mit klarem Wasser schützt vor Hautreizungen.
  5. Kontakt mit Chemikalien 📌 Ob Motoröl in der Garage, Streusalz im Winter oder Düngemittel auf dem Feld – chemische Stoffe müssen sofort und gründlich aus dem Fell gewaschen werden.
  6. Unterstützung beim Fellwechsel 📌 Im Frühjahr und Herbst verlieren viele Hunde extrem viel Unterwolle. Ein warmes Bad hilft, lose Haare zu lockern und den Juckreiz während des Fellwechsels zu lindern.
  7. Allergien des Besitzers 📌 Wenn ein Familienmitglied leicht allergisch auf Hundehaare oder Hautschuppen reagiert, kann ein regelmäßiges Bad (alle 4 bis 6 Wochen) die Allergenbelastung im Haus deutlich reduzieren.
  8. Hauterkrankungen 📌 Bei bestimmten Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Pilzinfektionen, wird der Tierarzt eine genaue Bade-Routine als Teil der medizinischen Therapie anordnen.

Wenn Sie einen dieser Faktoren feststellen, greifen Sie ruhig zum Shampoo. Wenn der Hund aber nur leicht nach Hund riecht, lassen Sie die Natur ihre Arbeit machen.

Wie es funktioniert: Der pH-Wert und die Hautgesundheit

Viele Menschen machen den Fehler, ihr eigenes Shampoo für den Hund zu verwenden. Doch warum ist das so schädlich? Das Geheimnis liegt im pH-Wert der Haut. Die Haut eines Menschen ist mit einem pH-Wert von etwa 5,5 leicht sauer. Dieser Säureschutzmantel wehrt Bakterien ab. Die Haut eines Hundes hingegen ist mit einem pH-Wert von 7,0 bis 7,5 fast neutral. Wenn Sie menschliches Shampoo bei einem Hund verwenden, stören Sie dieses empfindliche chemische Gleichgewicht massiv. Wie reagiert der Körper des Hundes auf falsche Pflegeprodukte?

  • Zerstörung der Hautbarriere Menschliche Seifen waschen die schützende Talgschicht komplett weg. Die Hundehaut trocknet extrem schnell aus und reißt mikroskopisch klein ein.
  • Eindringen von Bakterien und Hefepilzen Durch die beschädigte Hautbarriere haben schädliche Mikroorganismen leichtes Spiel. Sie siedeln sich an und verursachen Entzündungen und unangenehme Gerüche.
  • Massiver Juckreiz Die ausgetrocknete Haut spannt und juckt. Der Hund beginnt, sich exzessiv zu kratzen, was die Haut noch weiter verletzt (ein gefährlicher Teufelskreis).
  • Überproduktion von Talg Der Körper des Hundes bemerkt das fehlende Öl und reagiert mit einer Überproduktion. Das paradoxe Ergebnis: Der Hund riecht wenige Tage nach dem Bad noch strenger und das Fell wird schneller fettig.
  • Verblassen der Fellfarbe Aggressive Inhaltsstoffe in minderwertigen Shampoos können die natürliche Pigmentierung des Fells angreifen und es stumpf und glanzlos aussehen lassen.
  • Allergische Reaktionen auf Duftstoffe Hunde haben eine extrem feine Nase. Die künstlichen Parfüme in Babyshampoos oder Menschen-Shampoos reizen nicht nur die Haut, sondern quälen auch den Geruchssinn des Tieres.
  • Fehlende Rückfettung Spezielle Hundeshampoos enthalten rückfettende Substanzen (wie Haferflocken-Extrakt oder Aloe Vera), die den natürlichen Zustand der Haut sofort nach dem Waschen wiederherstellen.

Diese biologischen Mechanismen zeigen ganz deutlich, warum die Wahl des richtigen Produktes mindestens genauso wichtig ist wie die Häufigkeit des Badens. Investieren Sie immer in ein hochwertiges, pH-neutrales Hundeshampoo.

Warnsignale: Wann Sie bei Hautproblemen den Tierarzt aufsuchen müssen

Manchmal riecht der Hund unangenehm, obwohl Sie ihn gerade erst gebadet haben. Oder er kratzt sich ununterbrochen. In solchen Fällen ist weiteres Baden die absolut falsche Entscheidung. Häufiges Baden kann ernsthafte Hauterkrankungen kaschieren oder sogar verschlimmern. Sie müssen die Warnsignale des Körpers richtig deuten lernen.

Ein Tierarztbesuch ist dringend notwendig, wenn Sie bei Ihrem Hund folgende Symptome beobachten: Kahle Stellen im Fell, kreisrunder Haarausfall, rote oder heiße Hautpartien (sogenannte Hot Spots), nässende Wunden, extrem viele weiße Schuppen, schwarze Krümel im Fell (Flohkot) oder ein penetranter, hefeartiger Geruch, der an alte Socken erinnert. Diese Anzeichen weisen auf tieferliegende Probleme wie Allergien, Parasiten oder Schilddrüsenerkrankungen hin.

"Viele Besitzer versuchen, Hautprobleme ihrer Hunde durch ständiges Baden selbst zu lösen. Das ist ein fataler Fehler. Ein strenger Körpergeruch trotz Pflege ist fast immer ein medizinisches Symptom, keine Frage der Hygiene. Eine genaue Untersuchung der Hautzellen unter dem Mikroskop rettet den Hund vor monatelangem Juckreiz." – Dr. med. vet. Thomas Becker, Dermatologe für Kleintiere
Achtung: Wenn Ihr Hund sich nach dem Baden blutig kratzt oder die Haut feuerrot anläuft, spülen Sie ihn sofort mit klarem Wasser ab. Möglicherweise reagiert er allergisch auf das Shampoo. Warten Sie in solchen Fällen nicht ab, sondern suchen Sie umgehend eine Tierarztpraxis auf.

Echte Ergebnisse: Ein Fallbeispiel aus der Praxis

Die Theorie ist das eine, die Praxis das andere. Nehmen wir den Fall von Bruno, einem fröhlichen Golden Retriever. Seine Besitzerin liebte es, wenn Bruno nach Rosen duftete. Deshalb badete sie ihn jeden Sonntag mit einem handelsüblichen, milden Babyshampoo. Sie dachte, sie tue ihm damit etwas Gutes.

Wie oft sollte man einen Hund baden


Nach wenigen Monaten bemerkte die Besitzerin, dass Brunos Fell plötzlich strohig und glanzlos wurde. Er kratzte sich nachts stundenlang und roch bereits zwei Tage nach dem Bad extrem ranzig. Der Tierarzt erkannte das Problem sofort: Die Haut war völlig ausgetrocknet, die natürliche Schutzschicht war zerstört. Der Arzt verordnete ein striktes Badeverbot für acht Wochen und gab der Besitzerin ein medizinisches Mousse zur Beruhigung der Haut. Danach durfte Bruno nur noch alle drei bis vier Monate mit einem rückfettenden Hunde-Shampoo gewaschen werden. Das Ergebnis: Brunos Haut erholte sich vollständig. Der Juckreiz verschwand, der unangenehme Geruch löste sich in Luft auf und sein Fell glänzte wieder in seinem natürlichen, goldenen Ton. Dieses Beispiel zeigt, dass weniger oft deutlich mehr ist.

Das perfekte Bad: Die einzelnen Schritte (Steps)

Wenn der Tag gekommen ist und ein Bad unumgänglich wird, sollten Sie gut vorbereitet sein. Ein gut geplantes Bad reduziert den Stress für den Hund enorm und verhindert eine riesige Sauerei im Badezimmer. Folgen Sie dieser bewährten Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein sicheres und effektives Hunde-Bad.

  • 1. Gründliches Ausbürsten (Vor dem Bad) Bürsten Sie den Hund komplett durch, bevor er nass wird. Wasser macht Knoten und Verfilzungen nur noch fester und schwerer zu lösen. Entfernen Sie alle losen Haare.
  • 2. Die Vorbereitung des Badezimmers Legen Sie eine rutschfeste Gummimatte in die Badewanne oder Dusche. Hunde geraten in Panik, wenn sie den Halt verlieren. Legen Sie Handtücher, Shampoo und Leckerlis in greifbare Nähe.
  • 3. Die richtige Wassertemperatur wählen Prüfen Sie das Wasser an Ihrem Handgelenk. Es sollte lauwarm sein, niemals heiß. Hunde überhitzen sehr schnell. Für große Hunde mit dickem Fell darf das Wasser sogar eher kühl sein.
  • 4. Den Hund vorsichtig nass machen Beginnen Sie an den Pfoten und arbeiten Sie sich langsam über den Rücken nach oben. Sparen Sie den Kopf und das Gesicht vorerst komplett aus. Nutzen Sie einen sanften Wasserstrahl.
  • 5. Das Shampoo richtig anwenden Mischen Sie das Hundeshampoo vorher in einer leeren Flasche mit etwas Wasser. So lässt es sich viel leichter im dichten Fell verteilen. Massieren Sie es sanft bis auf die Haut ein.
  • 6. Das Gesicht reinigen Waschen Sie den Kopf des Hundes niemals mit der Brause. Nutzen Sie stattdessen einen feuchten Waschlappen, um Schmutz vorsichtig um Augen und Schnauze herum abzuwischen. Verhindern Sie, dass Wasser in die Ohren läuft.
  • 7. Extrem gründlich ausspülen Dies ist der wichtigste Schritt. Spülen Sie das Fell so lange aus, bis das Wasser absolut klar bleibt. Shampoo-Rückstände im Fell verursachen fast immer schlimmen Juckreiz.
  • 8. Trocknen und Belohnen Drücken Sie das Wasser sanft aus dem Fell (nicht rubbeln, das verfilzt die Haare). Nutzen Sie saugstarke Mikrofaser-Handtücher. Belohnen Sie den Hund ausgiebig mit Leckerlis. Wenn der Hund es toleriert, können Sie einen Föhn auf niedrigster und kühlster Stufe nutzen.
Profi-Tipp für ängstliche Hunde: Bestreichen Sie eine kleine Silikonmatte mit Leberwurst und kleben Sie diese an die Fliesen der Badewanne. Während der Hund genüsslich die Paste ableckt, ist er abgelenkt, und Sie können ihn in Ruhe waschen. Verbinden Sie das Bad immer mit einer positiven Erfahrung!

Verschiedene Felltypen: Der große Pflege-Vergleich

Die Frage "Wie oft sollte man einen Hund baden?" lässt sich am besten beantworten, wenn man die Rasse und den Felltyp betrachtet. Ein Pudel hat völlig andere Bedürfnisse als ein Mops. Diese detaillierte Tabelle hilft Ihnen, Ihr Tier richtig einzuordnen und den perfekten Rhythmus zu finden.

Felltyp & Beispiele Bade-Häufigkeit Besondere Pflegehinweise
Kurzhaar (Glatt)
(z.B. Mops, Beagle, Dalmatiner)
Nur bei starker Verschmutzung (ca. 2-4 mal im Jahr) Abwischen mit einem feuchten Tuch reicht oft völlig aus. Regelmäßiges Bürsten mit einem Noppenhandschuh entfernt Schmutz und lose Haare.
Langes Fell mit Unterwolle
(z.B. Golden Retriever, Neufundländer, Schäferhund)
Alle 8 bis 12 Wochen (oder nach Bedarf) Baden hilft enorm beim Fellwechsel. Zwingend erforderlich ist extrem gründliches Ausspülen und Trocknen, da dichte Unterwolle sonst zu Hot Spots neigt.
Lockiges Fell / Haarlos
(z.B. Pudel, Bichon Frisé, Wasserhunde)
Alle 4 bis 6 Wochen Diese Hunde haaren kaum, aber Schmutz und Talg verfangen sich in den Locken. Regelmäßiges Baden und Scheren ist Pflicht, um schmerzhafte Verfilzungen zu verhindern.
Rauhaar
(z.B. Rauhaardackel, Terrier, Schnauzer)
Sehr selten (ca. 1-2 mal im Jahr) Rauhaarige Hunde werden hauptsächlich getrimmt (totes Haar wird ausgezupft). Zu häufiges Baden weicht die harte Fellstruktur auf und zerstört den Wetterschutz.

Wie Sie sehen, bietet ein angepasster Pflege-Rhythmus erhebliche Vorteile für die Gesundheit. Hundefriseure (Groomer) richten sich exakt nach diesen Vorgaben, um die natürliche Textur des Fells zu erhalten.

Vorteile der richtigen Pflege und Bade-Routine (Benefits)

Wenn Sie den richtigen Bade-Rhythmus für Ihren Vierbeiner gefunden haben und hochwertige Produkte verwenden, profitieren Sie und Ihr Hund von zahlreichen positiven Effekten. Pflege ist viel mehr als nur Hygiene; sie ist aktive Gesundheitsvorsorge.

Erstens: Gesunde Haut und weniger Haarausfall. Ein artgerecht gepflegtes Fell schützt die Haut vor Umwelteinflüssen. Regelmäßiges Bürsten und gezieltes, seltenes Baden reduzieren die Menge an herumfliegenden Hundehaaren in Ihrer Wohnung drastisch. Zweitens: Früherkennung von Krankheiten. Während Sie den Hund baden und frottieren, tasten Sie automatisch seinen ganzen Körper ab. Dabei fallen Ihnen kleine Knoten, Zecken, Grannen oder Verletzungen sofort auf, die unter dichtem Fell sonst wochenlang unbemerkt bleiben würden. Drittens: Stärkung der Bindung. Wenn Sie das Baden ruhig und positiv aufbauen, wird es zu einer intensiven Kuschel- und Vertrauenszeit zwischen Ihnen und Ihrem Tier.

Sie fördern das Wohlbefinden Ihres Hundes enorm. Sauberes, knotenfreies Fell isoliert im Winter besser gegen Kälte und lässt im Sommer kühlende Luft an die Haut. Ein Hund, der sich in seiner Haut wohlfühlt, ist ausgeglichener und kratzt sich weniger.

Tipp zur täglichen Pflege: Wenn Ihr Hund nach dem Spaziergang schmutzige Pfoten hat, reicht ein kleiner Eimer mit klarem, lauwarmem Wasser am Eingang. Stellen Sie die Pfoten einzeln hinein und trocknen Sie sie ab. So bleibt das Haus sauber, ohne dass Sie dem Hund durch ständiges Shampoonieren schaden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Viele Hundehalter stehen im Alltag vor praktischen Problemen und stellen sich oft dieselben Fragen zur Hundepflege. Hier finden Sie klare, tierärztlich fundierte Antworten auf die häufigsten Unsicherheiten.
  • Wann darf ich einen Welpen zum ersten Mal baden?
    Warten Sie so lange wie möglich. Welpen können ihre Körpertemperatur noch nicht gut regulieren und kühlen extrem schnell aus. Wenn überhaupt, baden Sie einen Welpen frühestens ab der 12. Lebenswoche und nur, wenn er extrem stark verschmutzt ist. Nutzen Sie spezielles, extra mildes Welpenshampoo.
  • Darf ich meinen Hund im Winter baden?
    Ja, aber mit großer Vorsicht. Der Hund darf auf keinen Fall nass nach draußen gehen. Baden Sie ihn abends nach dem letzten Spaziergang. Rubbeln Sie ihn gut trocken und lassen Sie ihn in einem warmen, zugluftfreien Raum vollständig durchtrocknen.
  • Was tun, wenn Wasser in die Ohren gekommen ist?
    Hundeohren sind sehr empfindlich. Wenn Wasser in den Gehörgang gelangt, schüttelt der Hund sich meistens selbst aus. Sie können die Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen Wattepad (niemals Wattestäbchen!) abtupfen. Bleibt der Hund unruhig und kratzt sich am Ohr, droht eine Entzündung – dann ab zum Tierarzt.
  • Mein Hund hasst Wasser panisch. Was kann ich tun?
    Zwingen Sie ihn nicht. Nutzen Sie stattdessen Trockenshampoo für Hunde oder spezielle Reinigungstücher aus dem Fachhandel. Diese entziehen Schmutz und Gerüche, ohne dass der Hund in die Wanne muss. Trainieren Sie das Baden parallel in winzigen, positiven Schritten.
  • Hilft häufiges Baden gegen Hundehaare auf dem Sofa?
    Nein. Häufiges Baden trocknet die Haut aus und kann den Haarausfall sogar noch verstärken! Gegen Haare auf dem Sofa hilft nur tägliches, gründliches Bürsten mit dem richtigen Werkzeug (z.B. einer Zupfbürste oder einem Unterwoll-Rechen).

Beobachtung und Geduld im Umgang mit dem Hund

Geduld und eine genaue Beobachtungsgabe sind Ihre besten Werkzeuge bei der Hundepflege. Ein Hund versteht nicht, warum er eingeseift wird, wenn er sich doch gerade draußen so wunderbar parfümiert hat. Respektieren Sie die Natur des Tieres und erzwingen Sie Sauberkeit nicht um den Preis seiner Gesundheit oder seines seelischen Wohlbefindens. Gehen Sie auf die Bedürfnisse Ihres Hundes ein und machen Sie die Pflege zu einer Routine, auf die sich beide Seiten verlassen können.
  • Beobachten Sie stets die Körpersprache Ihres Hundes während der Pflege.
  • Arbeiten Sie mit positiver Verstärkung, Lob und hochwertigen Leckerlis.
  • Passen Sie die Wassertemperatur an die Vorlieben Ihres Tieres an.
  • Verzichten Sie auf stark parfümierte Shampoos, die den Hund verwirren.
  • Bürsten Sie Schmutz lieber aus, anstatt sofort zur Dusche zu greifen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Haut und Ohren nach dem Baden.
  • Geben Sie dem Hund nach dem Bad die Möglichkeit, Stress abzubauen (die berühmten "verrückten fünf Minuten", in denen der nasse Hund durch die Wohnung flitzt).
Denken Sie immer daran: Ein gesunder Hund darf auch mal nach Hund riechen. Perfekte Sterilität ist bei Haustieren weder möglich noch gesund. Wenn Sie Ruhe ausstrahlen, klare Abläufe schaffen und dem Hund Sicherheit geben, verliert selbst die gefürchtete Badewanne schnell ihren Schrecken.
Verfallen Sie nicht in Panik, wenn das Fell nach einem Waldspaziergang schrecklich aussieht. Lassen Sie den Schlamm trocknen, bürsten Sie ihn aus und entscheiden Sie erst dann, ob ein Wasserbad wirklich notwendig ist. Vertrauen Sie auf die natürlichen Selbstreinigungskräfte Ihres Hundes.

Fazit: Zusammenfassend lässt sich die Frage, wie oft sollte man einen Hund baden, recht einfach beantworten: So selten wie möglich, aber so oft wie nötig. Die genaue Häufigkeit hängt stark von der Rasse, dem Felltyp, dem Lebensstil und eventuellen gesundheitlichen Problemen ab. Während ein Pudel regelmäßige Bäder benötigt, reicht es bei einem Kurzhaarhund oft aus, ihn nur wenige Male im Jahr zu waschen.

Das Wichtigste ist, die natürliche Schutzbarriere der Hundehaut nicht durch zu häufiges Waschen oder falsche, menschliche Shampoos zu zerstören. Achten Sie auf die Signale der Haut, pflegen Sie das Fell regelmäßig mit der Bürste und nutzen Sie das Baden als bewusste Ausnahme für hartnäckigen Schmutz. Wenn Sie diese einfachen Regeln beachten, bewahren Sie nicht nur die Gesundheit Ihres Hundes, sondern sorgen auch dafür, dass er sich rundum wohlfühlt und mit einem glänzenden Fell an Ihrer Seite durchs Leben geht.

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